Ist das dein Arsch, oder meiner?

Gestern war ich mit Herrn Blambar im Pier 2 anlässlich einer Rock-Tanzveranstaltung eines gewissen Herrn Urlaub. Wie zu erwarten war es natürlich ein schönes Konzert, allerdings habe ich zum wiederholten Male einige Beobachtungen gemacht, die ich an dieser Stelle mit der Welt teilen möchte.

1. Generation YouTube
Es stehen zunehmend mehr Leute im Publikum und halten ihr Handy, ihre Digicam, Mini-Camcorder oder was auch immer in die Höhe. Dabei schauen sie nahezu ununterbrochen auf das zwei mal zweieinhalb Zentimeter große Display. Jetzt mal ernsthaft Leute: Seid ihr völlig bescheuet? Ihr geht auf ein Konzert, das vor Euren Augen in Ultra High Definition läuft und schaut es auf einem Minidisplay? Nur um einen „Film“ zu produzieren den danach eh keiner angucken will?

2. Pogo
Natürlich wird zu solchen Anlässen gepflegter Pogo getanzt. Mitten vor der Bühne zu stehen, ist also eine Scheißidee, wenn man sich in Ruhe das Konzert ansehen will. Die Pogotänzer als Strafe wegzustoßen ist auch ein begrenzt sinnvolles Unterfangen. Aber: bitte, bitte, ihr ganzen kleinen Mädchen. Scharfkantiger Schmuck muss nicht sein, einige – wenn auch kleine – Schnittwunden zieren meine Arme.

3. Der Bone Smasher
Um bei den kleinen Mädchen zu bleiben. Wenn kleine Gruppen von kleinen Mädchen mitten im Pogo-Tanzareal versuchen sich nicht zu verlieren indem sie sich an den Händen halten, brechen sie sich im Zweifelsfall eher die Arme, als sich nicht zu verlieren.

4. Die Fotoamateure
Da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Man sieht Leute, die die Lichtstimmung vor dem Konzert einfangen Wollen in der ersten Reihe stehen und die Kameras in ihren Händen Blitze abfeuern. Das ist eine bescheuerte Idee, weil es nicht klappt. Noch besser finde ich die Leute, die während des Konzertes von hinten mit ihrer Kompaktkamera Fotos machen. Natürlich ebenfalls mit Blitz. Wenn man drauf achtet sieht man anschließend ja kurz das Ergebnis im Display aufleuchten. Erwartungsgemäß sind das dann Bilder, die zu vier fünfteln schwarz sind und unten zwei Reihen Hinterköpfe zeigen. Fotografisch logisch, aber ich glaube kaum, dass es das gewünschte Ergebnis ist.

Für die Leute die sich bei den Punkten 1 und 4 angesprochen fühlen habe ich gleich noch einen gratis Tipp im Angebot: Wenn ihr auf einem Konzert seid, genießt das Konzert. Wenn ihr zuhause was davon haben wollt, kauft euch eine Live DVD. Die hat meist wesentlich bessere Bild- und Tonqualität als alles was ihr produziert und damit die Chance auch mal hin und wieder angeschaut zu werden.

3 Reaktionen auf „Ist das dein Arsch, oder meiner?“

  1. Michel says:

    Klarer Fall von: Du bist älter als Du denkst! http://www.mlohmann.de/?p=109

  2. Nils says:

    kann man kommentarlos unterschreiben!

  3. dennis says:

    Sehr schön beobachtet. Wir haben uns das Konzert von der Empore aus angesehen und ich habe manches mal gedacht: “Früher hielt man Feuerzeuge hoch bei ruhigen Liedern, heute winkt man im Takt mit dem Display…”

    However, Ich muss zugeben ein (wirklich nur eins) verwackeltes iPhone-Foto habe auch ich gemacht, das gehört für mich dann aber eher in die Rubrik Sammelleidenschaft.

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