Wenn Amerikaner einen Geschichtsfilm machen, dann endet das gerne in patriotischen Selbstbeweihräucherungen. Wenn es dann auch noch um den unrühmlichsten Teil der deutschen Vergangenheit geht umso mehr. Dieses Mal nahm sich Herr Tarantino, welcher ja durchaus den einen oder anderen brauchbaren Film abgeliefert hat, die damaligen deutsch-amerikanischen Beziehungen zur Neuinterpretation vor.
Inglourious Basterds heißt das neuste Werk. Untypisch für Herrn T. sind die etwas eindimensionalen Charaktere, aber ansonsten liefert er mal wieder extrem solides Handwerk ab. Auch die Schauspieler legen sich größtenteils mächtig ins Zeug. Allen voran Christoph Waltz, der nicht zu unrecht großartige Kritiken für seine Rolle des Hans Landa. Der Film hangelt sich grob an der Geschichte entlang und interpretiert große Teile neu. Trotzdem (oder gerade deshalb) schafft es der Film Spannung aufzubauen. Ich meine auch Titanic wäre spannender gewesen und weniger voraussehbar gewesen, wenn er sich nicht so streng an die Geschichte gehalten hätte.
Ich sage: sollte man sich mal anschauen.
