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July « 2009 « Machtwort

Phoenix aus der Asche: Wonach man sucht, Teil X

Lange war es still geworden. Lange haben mich nicht nur die Besucherzahlen des Blogs nicht interessiert, sondern auch die Suchanfragen nicht. Neulich schaute ich durch Zufall mal wieder rein, und es durchzucke mich das Verlangen, die Öffentlichkeit wieder an den Abstrusitäten der Besucherströme, die die googlesche Datenkrake so vor sich her treibt, teilhaben zu lassen. In fett wie gehabt die wörtliche Suchanfrage:

der sack von michael jackson
Ist in meinen Augen keine Fragen aber offensichtlich trotzdem von Interesse. Mehr Informationen zum Gehänge vom König der Popmusik ist beim LAPD zu erfragen. Laut einer kürzlich gesehenen Dokumentation, hat ein dortiger Polizeifotograf das Zentralmassiv für irgendwelche Gerichtsverfahren portraitiert. Interessant für die Regenbogenpresse ist vielleicht noch die Frage, ob Jackson auch in den südlichen Gefilden vom schwarzen zum weißen wurde. Diese Frage lässt sich aber ja bekanntlich anhand der Nase ablesen.

was bedeutet hinten kackt die ente
Das bedeutet in erster Linie, dass sich das absolute Ende des Verdauungstraktes von allen Erpeln und Enten von vorne aus gesehen hinten befindet.

michael bay macht einen porno.movie
Sollte dem so sein, erwarten die Zuschauer eine bisher im Porno-Genre ungekannte Fülle an Spezialeffekten, aber auch eine noch flachere Story.

ist das dein arsch oder meiner
Meiner!

kam es zu einer zwischen mafia
Hier stellt sich natürlich in erster Linie die Frage: Wo zwischen? Zwischen Wand und Tapete? Zwischen Fix und Foxi? Zwischen Brot schmieren und abbeißen? Bis zur endgültigen Klärung der genauen Fragestellung werde ich die Antwort aussetzen.

sagte nostradamus die schweinegrippe voraus
Höchstwahrscheinlich. Meines Wissens hat Nostradamus alles vorausgesagt, was im Anschluss passiert ist und passieren wird. Sowie alles, was nicht passiert. Er war ein sehr gewissenhafter und fleißiger Hellseher. Vor allem hat er aber in seinen prophezeihungen jede konkrete Aussage vermieden, was im Umkehrschluß bedeutet, dass man restlos alles in seine Aussagen hineininterpretieren kann. Von der Schweinegrippe bis zum kommerziellen Erfolg von World of Warcraft.

wie mache ich selbst ein mashup zwischen 2 liedern
Hier bietet sich der Einsatz einer Zwischenmafia an. Diese kann zur vollautomatischen Abmischung eines Mashups genutzt werden. Früher hieß das übrigens Remix, dieses urdeutsche Wort wurde aber wegen seiner uncoolness durch den Anglizismus des mashuppens verdrängt.

arsch schmuck
Sehr schmückend für ein Gesäß unserer Zeit ist ein zeitloses Arschgeweih, außerdem empfehle ich bei den einschlägigen Erotikversendern in diesem Zusammenhang einmal nach Heavy Metal zu suchen.

der arsch von kleinen mädchen
Frau von der Leyen, ich bewerbe mich hiermit offiziell um ein Stopp-Schild. Außerdem sollten sie Google verbieten, da diese solche Suchanfragen doch tatsächlich weiterverarbeiten. Vielleicht sollten wir das Internet bis zur Klärung dieses Sachverhalts erst einmal abschalten!

ich will schlauer werden
In diesem Fall bist Du hier quasi verloren. Es gibt großzügig geschätzt eine Hand voll mittelmäßiger Informationen, die sich zwischen Bergen von hanebüchenem Unfug verstecken. Eine brauchbare Filterung ist mit dem heutigen Stand der Wissenschaft noch nicht möglich.

Etwas beängstigend finde ich bei dieser Neuauflage die starke Konzentration auf den Großraum des Analen. Dabei habe ich schon bewusst auf die Auswahl von Suchanfragen wie „zwei Hände im Arsch“ verzichtet, da mir dazu auch nichts mehr einfällt. Früher waren die Fragen irgendwie ernsthafter und die Antworten lehrreicher. Da wurde nach Schreibweisen und Herstellungsverfaren von Whisky, oder nach Spielregeln fürs Flaschendrehen gefragt. Ich finde diesen Zustand unbefriedigend und fordere Google dazu auf, mir wissenschaftlich anspruchsvollere Besucher zur Verfügung zu stellen, damit ich für die elfte Auflage von nicht mehr nur Fäkalphrasen herumschubsen muss.

P.S.: Eine Feststellung fällt mir dazu doch ein: Wer nach „zwei Händen im Arsch“ bei Google sucht, hat in jedem Falle kein akutes proktologisches Problem, oder nutzt Spracheingabe am Rechner.

Wenn der Postmann nicht klingelt.

kackstation

In der vergangenen Woche hatte ich einige Erfahrungen mit der Post. Vielmehr mit einem Teilbereich des Beamtenkonzerns, den Spinnern von DHL. Nach langer Problemlosigkeit mit den gelben Schnarchnasen nehmen die Ausfälle zunehmend zu. Diese Woche brachte die Packstation aber zum Überlaufen.

Es begann am Dienstag, als ich das bei Manuela gewonnene Buch, bzw. dessen Paket im Regen vor der Bürotür vorfand. Da das Buch eingeschweißt war ließ ich das gerade noch einmal durchgehen.

Außerdem hatte ich am vergangenen Sonntag erstmals eine Paketbestellung direkt in eine Packstation aufgegeben. Der vergessene PIN sollte mir per Einschreiben zugestellt werden. Das Einschreiben fand ich am Tag nach der Regeneskapade, also am Mittwoch im Briefkasten. Den großen Aufdruck „Einschreiben“ und „Eigenhändig“ hatte der liebe Postbote wohl frei interpretiert und es eigenhändig abgeliefert.

Die Befürchtung, dass das Paket deutlich vor dem Einschreiben da war dann schon mal entkräftet. Als ich Freitag Nachmittag eine Mail bekam, dass das Paket nicht in die Packstation eingeliefert werden könne, und am Samstag in der Postfiliale meines Misstrauens abgeholt werden könne, feierte ich ein weiteres Mal den reibungslosen Ablauf. Also war die erste Bestellung in die Packstation wohl auch die letzte. Sechs Tage für eine Bestellung bei Amazon wäre fast neuer Rekord, wenn die Knalltüten von DHL nicht damals schon ein Geburtstagsgeschenk zwei Wochen durch Deutschland gefahren hätten, bevor es hier aufschlug. Ins Bild passt da, dass ich am Freitag auf dem Weg in die Pampa noch gefühlte 2 Stunden im Schritttempo (noch ein Wort mit Konsonantendreier!) hinter einem gelben Klotz auf der Landstraße festhing, da musste wohl eine weitere Paketzustellung verzögert werden.

Also ihr Spinner mit den rot-gelben Hemdchen, wenn ihr keine Lust auf euren Job habt, dann such euch einen anderen, oder ist das die Gegenwehr gegen die Packstation als Jobkiller? Sowas kann ja mal passieren, aber diese Woche war es dann doch etwas viel auf einmal.

Porsche. Macht. Autos.

Porsche Logo

Was soll dieser Blogeintrag, das ist eine von berechtigten 50 Fragen, die sich die Millionen Leser da draußen jetzt sicher fragen werden. Wenn schon ein Herr Michael Macht das Ruder in Zuffenhausen übernimmt, Fridolin Wendeking jede Menge Moneten in den Allerwertesten geblasen bekommt, dann darf der Herr Macht an dieser Stelle doch wenigstens ein paar Besucher auf billigste Art und Weise abzwacken.

Früher Elvis, später Elvis.

Wie angekündigt, eine weitere Nachbereitung des Stadtfestes in OHZ:

Im späteren Verlauf des Abends wurden wir noch Zeuge, dass Elvis lebt. Er tritt in geschmacklosen Schlangenleder-Cowboystiefeln im Bilbao in Osterholz auf.

Jetzt mal ernsthaft: Elvis ist ohne Zweifel der King of Rock. Aber wenn ich nun also Elvis imitieren wollte, würde ich ja wohl ganz stark den jungen Rock’n'Roll Elvis als Vorbild nehmen. Nicht den dicken, alten Elvis, der sich innerlich komplett in Tabletten aufgelöst hat und von merkwürdigen Gospeleinflüssen weichgespühlt wurde. Weil ich für diese Aussage an besagtem Abend nur fragende Blicke erhalten habe, hier eine Verdeutlichung in Bild und Ton am Beispiel des Songs Hound Dog:

1956:

1977:

Hier ist der King leider nicht in Aktion zu sehen, aber man hört, dass er kaum noch seinen Mund bewegt beim singen. Wirklich viel zu sehen gibt es bei den späten Konzerten sowieso nicht mehr. Er schlurft über die Bühne bekommt ununterbrochen Schals von einem Assistenten umgehängt, die er direkt an Frauen im Publikum verschenkt.

Es hätte die großartigste aller Geschichten werden können.

mr-president1

Beinahe wäre in der vergangenen Nacht eine der großartigsten und gleichzeitig merkwürdigsten Geschichten meines Lebens passiert. Leider bliebt sie schlußendlich unvollendet. Aber der Reihe nach: Für das Verständnis der Geschichte benötigen wir:

  • Einen abgehalfterten Popstar.
  • Ein kleines Stadtfest.
  • Ein Herrenmagazin.
  • Die äußerst explosive Mischung schwachsinniger Ideen, die sich beim Zusammentreffen meinerseits mit Fräulein von und zu Bremen ergibt.

Zwei Fragen werden in diesem Artikel allerdings nicht beantwortet:

  • Warum wir auf dem Osterholz-Scharmbecker Stadtfest waren.
  • Warum ein Playboy von 1998 in meinem Auto liegt.

Jedenfalls flanieren wir gerade über besagtes Stadtfest, als Frau von Bremen die zarten Worte säuselt: „Ey, das ist die alte von Mr. President“. „Nein“, antworte ich, „die würde ich wiedererkennen.“ Wir kommen zu keinem Konsens und beharren weiter auf unserem jeweiligen Standpunkt. Ich deute an, dass der Playboy mit den Mädels von Mr. President in meinem Auto als Beifahrerlektüre liegt (ok, das ist jetzt doch fast eine Erklärung).

Ungläubige Blicke gipfeln in der Aussage: „Hömma, wenn du den Playboy in deinem Auto hast, hole ich dir ein Autogramm da drauf“. Da ich niemals zu Scherzen pflege, schlage ich ein. Zehn Minuten später stehen wir an meinem Auto, ich fische besagten Playboy unter dem Sitz heraus und ich höre ein Herz in die Hose rutschen und das lammentieren beginnt: „das kann ich nicht machen“, „die ist jetzt hier bei der Security“, „die haut mir auf die Schnautze“.

Wie gesagt, ich pflege nicht zu Scherzen und verlange das auch von meinen Mitmenschen. So steht Nadine zehn Minuten später auf eignen Wunsch ganz allein vor einer Traube von Sicherheitsdienstlern auf dem Stadtfest in Osterholz und fragt eine der Frauen im Team, ob sie bei Mr. President gewesen sei, ob sie ein Autogramm bekommen könnte und – das entscheidene Detail – das ganze auf einen Playboy von vor elf Jahren, den jemand zufällig dabei hätte.

Aus der Ferne können wir nur ein Kopfschütteln beobachten und eine niedergeschlagene Nadine trottet auf uns zu. „Sie behauptet, sie dürfe das aus rechtlichen Gründen nicht, ey fühl mal meinen Puls“. Ich diagnostiziere Herzrasen, aber die Geschichte bleibt ungekrönt und ich kann hier kein signiertes Bild auf meinem uralten Beifahrermagazin präsentieren.Trotzdem bleibet es die merkwürdigste Geschichte der letzten 14 Tage und ein gewisser Zufall ist nicht von der Hand zu weisen.

Disclaimer: Zu diesem Zeitpunkt waren – zumindest wir – noch völlig nüchtern und morgen gibt es dann den Blogpost, zu dem mich Elvis (der war auch auf dem Stadtfest) später am Abend inspirierte.

Wort zum Tage 18.07.09: Verhaltensoriginell